Design ist Einheitsbrei. Und das ist gut so.

Lesezeit:
4 min
Datum:
17.4.2026

Feierabend, Bier in der Hand. Manuel, unser Gen Z im Team, zieht sein Handy raus und zeigt uns ein neues Rebranding. Nicht unseres, sondern eines von einer Konkurrenz. Chris und Jens schauen kurz drauf, nehmen einen Schluck und Jens sagt:

„Das habe ich schon hundertmal gesehen. Einheitsbrei. Irgendwie sieht alles gleich aus.“

Wir lachen alle. Aber ganz unrecht hat er nicht.

Design ist Einheitsbrei. Und das ist gut so.

Alles wirkt vertraut

Wer sich heute durch Websites klickt, merkt schnell, dass sich vieles ähnlich anfühlt. Viel Weissraum, klare Typografie, reduzierte Farben, saubere Strukturen. Alles wirkt ruhig, durchdacht und professionell, aber eben auch vertraut.

Die naheliegende Schlussfolgerung lautet oft, dass Design langweilig geworden ist. Dass es an Originalität, Mut und neuen Ideen mangelt. Aber stimmt das wirklich?

Design ist erwachsen geworden

Design ist nicht langweiliger geworden. Es ist ausgereifter geworden.

Während es beim Design früher darum ging, aufzufallen und die Menschen visuell zu überraschen, geht es heute viel mehr darum, Dinge verständlich zu machen und die Nutzer intuitiv zu führen. Beim Design geht es weniger darum, um jeden Preis Individualität zum Ausdruck zu bringen, sondern vielmehr darum, Komplexität zu reduzieren.

Und genau deshalb sieht so vieles ähnlich aus. Was funktioniert, setzt sich durch.

Es gibt noch einen weiteren Faktor, der diesen Trend erheblich beschleunigt: KI.

Noch nie war es so einfach, in so kurzer Zeit visuell überzeugende Ergebnisse zu erzielen. Diese Schnelligkeit basiert jedoch auf bestehenden Mustern. KI kombiniert, optimiert und reproduziert, hinterfragt Dinge jedoch selten grundlegend.

Das Ergebnis? Wir sehen mehr Design als je zuvor, aber nicht unbedingt mehr Vielfalt. Die Gleichförmigkeit wird deutlicher sichtbar und wird schneller produziert als je zuvor.

Und genau hier beginnt sich etwas Wichtiges zu verändern.

Der Unterschied liegt nicht mehr im Design

Wenn sich optische Unterschiede immer weiter verringern, reicht das Design allein nicht mehr aus, um sich von der Masse abzuheben. Farben, Schriftarten und Layouts verlieren ihre Unterscheidungskraft. Andere Aspekte gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Marken, die sich heute wirklich von der Masse abheben, sind selten diejenigen, die völlig anders aussehen. Es sind diejenigen, die klar kommunizieren, wofür sie stehen. Diejenigen mit einer starken Haltung. Diejenigen, die Entscheidungen treffen, anstatt zu versuchen, es allen recht zu machen.

Denn oft ist es nicht das Design, das austauschbar wirkt. Es ist das, was dahintersteckt.

Wenn die Botschaft vage ist, wenn die Positionierung unklar ist, wenn alles ein bisschen von allem sein will, dann spiegelt sich genau das im Design wider.

Und in solchen Fällen kann selbst das beste Design nicht beheben, was im Kern unklar ist.

Warum wir immer mit der Strategie beginnen

Deshalb beginnen wir unsere Projekte nie mit dem Design. Wir beginnen mit der Strategie.

Bevor wir ein visuelles Konzept entwickeln, konzentrieren wir uns darauf, zu verstehen, was eine Marke wirklich ausmacht, für wen sie bestimmt ist und was sie von anderen unterscheidet. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, macht das Design Sinn, denn dann hat es eine Bedeutung und sieht nicht nur gut aus.

Vielleicht liegt darin auch die eigentliche Antwort auf den Einheitsbrei.

Design ist nicht mehr der Hauptfaktor für die Differenzierung. Es ist vielmehr das Ergebnis davon.

Wenn eine Marke klar ist, wirkt auch ihr Auftritt klar. Wenn sie austauschbar ist, wird es auch das Design sein, egal wie modern oder sauber es umgesetzt wurde.

Das bedeutet nicht, dass Design an Bedeutung verloren hat. Ganz im Gegenteil. Es ist wichtiger denn je, denn seine Aufgabe besteht darin, Klarheit sichtbar zu machen und Komplexität auf einfache Weise zu vermitteln. Aber es kann Klarheit nicht ersetzen; es kann sie nur verstärken.

Design ist also nicht langweilig geworden. Es ist präziser, ruhiger und zielgerichteter geworden.

Oder einfach gesagt: reifer.

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Auftritt zwar gut aussieht, sich aber trotzdem austauschbar anfühlt, lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen. Nicht ins Design, sondern in die Strategie.

Da beginnt der eigentliche Unterschied.

Und wenn du möchtest, können wir diesen Schritt gemeinsam gehen.

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